Für ein paar freie Stunden
Malteser bieten Entlastungsdienst für pflegende Angehörige
An einen Besuch beim Friseur ist nicht zu denken. Der Arzttermin, aufgeschoben, ein ums andere Mal. Freizeit? Fehlanzeige. Wer einen Demenzkranken zu Hause pflegt, stellt dessen Wohlergehen in den Mittelpunkt. Die Kranken brauchen Nähe, und sie benötigen nahezu rund um die Uhr Aufmerksamkeit. Um diese schenken zu können, opfern sich die Pflegenden oft regelrecht auf. Meist sind es die Ehepartner. Sie stellen eigene Bedürfnisse hinten an, gehen an Grenzen der Belastbarkeit – und oft darüber hinweg. Einer Forsa-Umfrage zufolge gibt jeder zweite pflegende Angehörige an, sich mit seiner Aufgabe überfordert zu fühlen. Und dennoch machen sie weiter. Aus Liebe, aus Verantwortung demjenigen gegenüber, der oft nicht mehr den Namen des Menschen kennt, der sich Tag und Nacht um ihn kümmert.
Der Malteser Hilfsdienst Hatzenbühl möchten Verwandte von Demenzkranken bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie bieten neu den Entlastungsdienst für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz an, kurz EfA genannt. Geschulte Helfer, sogenannte Demenzbegleiter, kommen stundenweise in eine Familie und betreuen den Erkrankten: Sie spielen mit ihnen, singen, lesen vor – oder schenken einfach nur Zeit. „Die Angehörigen können währenddessen Pause machen“, Ein paar freie Stunden – Zeit, um sich etwas Gutes zu tun oder lang Aufgeschobenes zu erledigen.
Angehörige können sich bei unserer Anspechpartner melden. Es folgt ein Kennenlern-Gespräch mit der Familie, in dem beispielsweise besprochen wird, wie sich der Erkrankte gern beschäftigt. So soll eine passende Helferin gefunden werden. Wann, wie oft und wie lange sie im Einsatz ist, entscheiden die Angehörigen.
Die Kosten für die Demenzbegleiter übernehmen in der Regel die Pflegekassen. Pflegenden Angehörigen steht ein Jahresbudget für Entlastungsdienste zu, die Höhe hängt vom Grad der Demenzerkrankung ab. Die Malteser helfen bei den Anträgen an die Kassen – und übernehmen auf Wunsch die Kostenabwicklung.
In Hatzenbühl stehen zwanzig Helferinnen bereit, die in einer umfangreichen Schulung auf die Arbeit vorbereitet wurden. Die Qualifizierung erfolgte über das Modul „Demenzkranke verstehen und begleiten“, das zu der sozialpflegerischen Ausbildung der Malteser gehört. Sie unterliegt bundeseinheitlichen Qualitätsstandards. Die Demenzbegleiterinnern erlernten unter anderem richtige Verhaltensweisen gegenüber den Kranken.
Unsere Ansprechpartner: Frau Iris Opitz, Tel: 07275-9886-121
Frau Adling, Pflegestützpunkt Kandel: 07275-9487774




